Medien|Denken – Christiane Voss – Anthropomedialität (Audio)

13.12.22 | CHRISTIANE VOSS (Bauhaus-Universität Weimar / D)

Anthropomedialität – Auslotung einer medienanthropologischen Perspektive


Abstract

Gegenwärtig herrscht fächerübergreifend Konsens darüber, dass sich die Welt im menschengemachten Zeitalter, dem sog. »Anthropozän« befindet. Die menschliche Gattung steht demnach vor den unvorstellbaren Dimensionen ihrer Herstellungen (Müllberge, toxische Landschaften, Ressourcenschwund etc.) und ist mit der Frage konfronfiert ist, wie ein Leben auf dem Planeten Erde für zukünftige Generationen noch möglich sein soll. Während diese Diagnose einen unüberhörbaren Appell enthält, der auf ein insbesondere nachhaltig-ökologisches Umdenken und Handeln im Weltmaßstab zielt, rückt die Frage in den Hintergrund, von welchem Menschenbild dabei eigentlich ausgegangen wird. Wird hier nicht im Namen einer »neuen Vernunft« das aufklärerische, anthropozentrische Erbe implizit mitgeführt, das doch gerade für die Misere mitverantwortlich ist? Der Vortrag beschäftigt sich aus medienwissenschaftlicher Sicht mit Möglichkeiten einer angemesseneren Alternative dazu und plädiert für einen medienanthropologischen Ansatz des »Anthropomedialen«, der die Medialität und Relationalität vermischter Existenzweisen ins Zentrum rückt.


Biographical Note

Christiane Voss hat im Fach Philosophie an der FU Berlin („Philosophie der Emotionen“, (de Gruyter, 2003) promoviert. Danach wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB 626 „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste„ an der FU Berlin (2003-2010). Habilitation an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, (“Der Leihkörper. Ästhetik und Erkenntnis der Illusion“, Fink, 2013) im Fach Philosophie. Seit 2010 iProfessorin für Philosophie aund Ästhetik an der Bauhaus-Universität Weimar. 2014-2019 Sprecherin der Proexzellenzinitiave „Kompetenzzentrum Medienanthropologie“ in Weimar sowie Teilprojektleiterin in der Forschungsgruppe „Medien und Mimesis“ mit einem TP zur „Bewegtbildlichen und Dioramatischen Mimesis“ (2014-2019).
Seit 2020 Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs “Medienanthropologie”.

Schwerpunkte in Lehre und Forschung:
Ästhetik, Medien- und Filmphilosophie, Medienanthropologie und Affekttheorie. Sie ist Mitherausgeberin der Buchreihe Film Denken im Fink-Verlag (seit 2013). Publikationen siehe website BUW, Weimar.
Zuletzt erschienen: “Die Relavanz der Irrelevanz. Medienphilosophische Studien 2010-2020” zus. mit Lorenz Engell, Fink-Verlag. Im Erscheinen: Anthropological Entanglements, hrgs. zus mit Lorenz Engell und Tim Othold, Bloomsburry 2022.


IfM – Institut für Medienwissenschaft
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Natascha Frankenberg