Jahrestagung des Forschungsprojekts „Fahrradmedien. Kooperative Medien der Mobilität“

17.–18. September 2026 | Blue Square, Bochum

Mobilität ist ein kooperativer Prozess, der durch vielfältige mediale, soziale und infrastrukturelle Praktiken hervorgebracht wird. Auch das Fahrradfahren wird durch ein Zusammenspiel vielfältiger Technologien, Infrastrukturen, Körper, Bilder und Öffentlichkeiten bedingt. Zugleich ist Fahrradmobilität nicht neutral oder für alle gleichermaßen zugänglich: Sie ist geprägt von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und unterschiedlichen Erfahrungswelten.

Vor diesem Hintergrund untersucht die Jahrestagung des Forschungsprojekts „Fahrradmedien – kooperative Praktiken der Mobilität“ (SFB 1187 „Medien der Kooperation“) das Fahrrad selbst als Medium von Öffentlichkeit und Teilhabe: als eine Mobilitätsform, die Menschen, Orte, Perspektiven und Wissen miteinander verbindet und dabei eine spezifische Aneignung von Raum ermöglicht. Ausgangspunkt der Tagung ist ein erweiterter Medienbegriff, der nicht nur audiovisuelle und digitale Formate umfasst, sondern auch (Sorge-)Praktiken wie Reparatur, Aktivismus oder kollektives Fahren als Formen der Vermittlung versteht.

Welche Perspektive wir auf das Radfahren haben, wird durch Medien bestimmt. Umgekehrt prägt das Fahrradfahren auch mediale Räume. In diesem Zusammenhang untersuchen die Beiträge der Jahrestagung das Fahrrad(-fahren) als Medium verkörperter Erfahrung und Wahrnehmung, insbesondere in Auseinandersetzungen mit öffentlichen Diskursen, Affekten, Körpern und Infrastrukturen. Dabei werden diversitätssensible und intersektionale Perspektiven auf Fahrradmobilität diskutiert, etwa im Hinblick auf Mobilitätskonflikte, Gender- und Klassenverhältnisse sowie ungleiche Zugangsvoraussetzungen und Repräsentationen.

Wir laden herzlich zur Teilnahme und Diskussion ein.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website des SFB „Medien der Kooperation“.
Wir bitten um eine Anmeldung per E-Mail. Eine kurze Nachricht an jahrestagungb09@ruhr-uni-bochum.de genügt.
Organisation: Julia Bee & Hannah Schmedes

Programm

17.09.26

12:00–12:30   Begrüßung & Einführung: Das Fahrrad als Medium

12:30-13:30    Mittagspause

13:30–15:00   Medien/Diskurse
Aram Lee: Media Discourses on Refugee Women Learning to Ride Bikes
Marlene Sattler: Polizeimeldungen über getötete Radfahrer*innen
Xenia Waporidis & Hannah Schmedes: Saddlesisters. Fahrradfeminismus im Spannungsfeld von Road Rage und Wiki Rage

15:00–15:30   Pause

15:30–17:00   Körper- und Affektwelten des Radfahrens
Christopher Kirschner: Sweat Mode on – Die Ambiguität kollektiven Schwitzens als strukturierende Dimension von Praxis, Körpern und Artefakten im Indoor-Cycling
Caro Baaske: Milieuspezifische Lebenswelten des Radfahrens. Einblick in Forschungsdaten einer Cultural-Probes-Studie
Herbert Schwaab: Radfahren im Spektrum. Sichtbarkeit, Affekt und Bewegung

17:00–17:30   Pause 

17:30–18:00   Mobilitätskonflikte
Thomas Klinger, Sören Groth & Joshua Kuckherm: Fahrradmobilität, Klassenkonflikte und der Backlash der Mobilitätswende
Gabriele Schabacher: „Violences routières“. Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr in Paris

18:30–20:00   Gemeinsames Abendessen

20:15–21:30   Filmscreening
Sarah Sander: „Bici-bles“ – Fahrradaktivismus als Medium der Kollektivierung und Kollaboration

18.09.26

09:00–09:30   Ankunft & Kaffeepause

09:30–11:00   Urbane Räume
Markus Stauff: Fatshaming, Bequemlichkeit und Technikdeterminismus. E-Bike-Disruption in Amsterdam
Maximilian Hoor: Städtische Fahrradkulturen im Wandel – Eine kreislaufwirtschaftliche Perspektive auf Reparatur,
Konsum und Distinktion
Katharina Sakowski: „50 Tage – 50 Stadtteile“. Stadtteilerkundungen mit dem Fahrrad

11:00–11:15    Kaffeepause

11.15–12:15    Sichtbarkeiten
Julia Willms: tba
Maximilian Rünker: Mobilitäts- und Fahrradnarrative in Brasilien

12:15–13:15   Mittagessen

13:15–14:30   Gemeinsame Fahrradtour
Geführte Tour mit dem ADFC Bochum

Hannah Schmedes