Medien|Denken – MAGA-Cinema – Vignold

05.05.26 | PETER VIGNOLD

Affektgefüge des Evangelikalen Films.


Abstract

Im 1975 erstmalig erschienenen 7 Mountain Mandate skizzierten US-amerikanische Evangelikale die Notwendigkeit und Bedeutung einer Einflussnahme auf die kulturelle Sphäre für die Erlangung einer konservativ-christlichen Hegemonie („Dominion“). 2025 hat sich abseits von Hollywood eine evangelikale Filmindustrie institutionalisiert, die Jahresumsätze im dreistelligen Millionenbereich erwirtschaftet, über Filmschulen unf Filmstudios ebenso wie über eigene Streamingplattformen verfügt und ihre Filme weltweit vermarktet. Neben „familienfreundlicher Unterhaltung“, Bibelfilmen und „inspirational dramas“ über Glaube und Vergebung produzieren Studios wie Pure Flix/Pinnacle Peak seit den 2010er immer regelmäßiger Filme, die durch den Anschluss an populäre Genres wie Action oder dystopische Science Fiction erhöhte Sichtbarkeit für christlich-konservative Inhalte und Themen zu erzeugen versuchen. Zeitgleich sind „Pro-Life“-Dramen, geschichtsrevisionistische Historienfilme oder religiös gefärbte Dramen wie die fünfteilige god’s not dead-Reihe (2014-2024) von ihrem politischen Mobilisierungspotential gekennzeichnet.

Der Vortrag liefert einen Überblick über die Evangelikale Filmindustrie in den USA, ihre Narrative und ökonomischen Strukturen als Teil eines umfassenderen metapolitischen Projekts („MAGA-Cinema“), und beleuchtet die Affektgefüge des „familienfreundlichen“ Evangelikalen Films mit einem Fokus auf Produktionen, die im Umfeld der Administrationen „Trump I“ und Biden entstanden sind.


[Bio]

Christian Heinke