Dr. Hannah Peuker

Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Filmwissenschaft mit dem Schwerpunkt Filmtheorie und Filmästhetik von Prof. Dr. Oliver Fahle • Beratung zum internationalen Master FILM UND AUDIOVISUELLE MEDIEN (IMACS)

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Raum: GB 1/ 137
Telefon: 0234 / 32 – 25068
E-Mail: hannah.peuker@rub.de
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Sprechstunde: Dienstags 10-12 Uhr, Anmeldung per E-Mail


Vita

  • Seit 09/2024: Postdoc am Institut für Medienwissenschaft der RUB bei Prof. Dr. Oliver Fahle
  • 2022-2026: Steering Committee Mitglied des European Network for Cinema and Media Studies (NECS)
  • 10/2025: Auszeichnung mit dem Universitätspreis für Nachwuchswissenschaftler*innen der Bauhaus-Universität Weimar
  • 09/2025: Abschluss der Promotion „Filmerotik. Politische Ästhetiken im Kino der 1970er-Jahre“ (publiziert open access bei transcript)
  • 2020-2024: Promotion im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs „Medienanthropologie“ an der Bauhaus-Universität Weimar
    Betreuer:innen: Prof. Dr. Christiane Voss (Weimar) und Prof. Dr. Oliver Fahle (Bochum)
  • 2016-2019: Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes
  • 2016-2019: Studium des „International Master in Audiovisual and Cinema Studies“ (IMACS) an der Goethe-Universität Frankfurt mit Auslandssemestern an der Université de Montréal und der Universidad Pompeu Fabra Barcelona und einem Forschungsaufenthalt in Sao Paulo
  • 2012-2016: Bachelorstudium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt

Publikationen

Monografie

  • „Filmerotik. Politische Ästhetiken im Kino der 1970er-Jahre“, 2025, Bielefeld: transcript.

Aufsätze & Artikel

  • „Eating Machines. Transcultural Perspectives on Anthropophagy from Cinema to AI, in: COLLATERAL – Online Journal for Cross-Cultural Close Reading, Collision 118, 2026.
  • „Libidinöse Ökonomien im Post Cinema. Eine Phänomenologie ero-pornographischer Medienmilieus“, in: Beckers / Gineprini / Kraushaar / Wirth (eds.) /, Vermittlung – Materialität – Milieu, Bielefeld: transcript, 2026, S. 209-230.
  • „Erotische Farbexplosionen. Der japanische Pink Film als ästhetisches Übergangsphänomen“, in: montage AV, 34/01, Heftschwerpunkt: Mediale Übergänge, Marburg: Schüren, 2025, S.65-87.
  • „Abject Eroticism. The construction of (female) sexuality in O Palácio dos Anjos (1970)“, in: FFK Journal, Nr.9, Hamburg: AVINUS Verlag, 2024, S.17-32.
  • „Somatische Grenzgänger. Die Ästhetik der Pornochanchada im Kontext der brasilianischen Militärdiktatur“, in: montage AV, 30/01, Heftschwerpunkt: Brasilien, Marburg: Schüren, 2021, S.92-115.
  • „Seductive Criticism or Commercial Temptation? Potential and Rejection of the Pornochanchada“, in: Revista Movimento, Nr. 13, Heftschwerpunkt: Historiografar o cinema brasileiro, São Paulo, 2019, S.118-141.
  • „Eine fäkale Hochzeit und eine blutrünstige Oper. Ekel als (anti)ästhetisches Konzept in Pasolinis Die 120 Tage von Sodom„, in: Lointain Zeitschrift für Philosophie, Nr. 1, Heftschwerpunkt: Ästhetik, Frankfurt am Main, 2017, S.33-47.

Forschungsschwerpunkte

  • Ästhetik und Theorie des Films und der audiovisuellen Medien
  • Transnationale Filmanalyse mit Fokus auf brasilianischem, japanischem und europäischem Film
  • Sexualität im Film, Erotic & Porn Studies
  • Bewegtbilder als epistemologsiche Medien der Welterschließung
  • Affekttheorie, Filmphänomenologie
  • Medienanthropologie
  • Medien- & Technikphilosophie

Aktuelles Projekt

Postdoc-Projekt
Algorithmische Welterzeugung. Zur technologischen Reproduktion europäischer Rationalitätsmodelle


Das Projekt untersucht die aktuelle Verschiebung der KI-Forschung von textbasierten Systemen (LLMs, Chatbots) hin zu primär visuell trainierten Machine Learning Architekturen. Mit großskaligen Videodatenbanken trainierte, sogenannte Weltmodelle simulieren räumliche und physikalische Relationen mit dem Anspruch, die physische Realität prinzipiell vollständig modellierbar und rekonstruierbar zu machen. Das Projekt entwickelt die These, dass sich damit ein in der europäischen Neuzeit geprägtes Rationalitätsmodell radikalisiert, das der KI-Entwicklung insgesamt zugrunde liegt: Nicht mehr nur Sprache, sondern die physische Welt selbst erscheint als berechenbare und beherrschbare Ressource für ein souveränes, nun maschinell statt menschlich konzipiertes Subjekt.

An der Schnittstelle von Filmtheorie, Technik-, Medienphilosophie und aktueller KI-Forschung fragt das Projekt, welche Konzepte technologischer Weltzugänge und Subjektivierungslogiken in KI-Weltmodellen umgesetzt werden. Es knüpft dabei an die Filmtheorie an, die von Kracauers frühen Schriften über Baudrys Apparatustheorie bis zu (post-)deleuzianischen Ansätzen das Verhältnis von technischem Apparat, Weltzugang und Subjektivierung durchdacht hat und so Begriffe für die Analyse von KI-Weltmodellen bereitstellt. Ziel ist es, die vermeintliche Universalität algorithmischer Welterzeugung als historisch und kulturell situiert auszuweisen und nach jenen Weltzugängen zu fragen, die sie ausschließt. Dem Status quo stellt das Projekt Weltkonzeptionen gegenüber, die diese nicht als Ressource eines souveränen Subjekts, sondern als Gefüge von Beziehungen begreifen, in das menschliche wie nichtmenschliche Akteur:innen eingebunden sind, und fragt, welche anderen technischen Systeme sich aus ihnen denken ließen.

Promotionsprojekt
Filmerotik. Techniken und Politiken der Anthropomedialität im Kino der 1970er-Jahre

In einer Gratwanderung zwischen sexueller Revolution und Bedürfniskommerzialisierung, zwischen feministischer Befreiung und misogyner Gewalt eroberten populäre Erotikfilme in der zweiten Hälfte des 20. Jh. die Kinoleinwände. In den 1970er-Jahren fand diese Tendenz in verschiedenen nationalen, politischen und gesellschaftlichen Kontexten ihren Höhepunkt. Kurzerhand von Kritiker:innen und Intellektuellen als schmuddelig, vulgär und obszön verworfen, fanden die Filme hingegen nur selten Einzug in Festival-Programme und akademische Diskurse. Obgleich sich seit einiger Zeit Ansätze der Neubewertung abzeichnen, hält sich die ursprüngliche Diffamierung weiterhin hartnäckig als Dogma filmografischer Wissensordnungen und schlägt sich nicht zuletzt dahingehend nieder, welche Filme theoretisiert, präserviert und zugänglich gemacht werden – und welche nicht.

Die Dissertation setzt an dieser Lücke an fragt, welche Wechselwirkungen sich zwischen der körperlichen Adressierung der Zuschauer:innen durch die Erotik und gesellschaftspolitischen Entwicklungen der 1970er-Jahre aufzeigen lassen. Anhand der italienischen Commedia sexy, der brasilianischen Pornochanchada und dem japanischen Pinku eiga werden sowohl transnationale Charakteristika als auch Partikularitäten der jeweiligen Filmkulturen herausgearbeitet. Im ersten Teil der Arbeit wird eine Systematik angelegt, um filmische Erotik als eigenständige, vom Pornographischen unterscheidbare Filmästhetik und weiter noch als genuin anthropomediales Phänomen, also als existenzbildende Relation zwischen Mensch und Medium, beschreibbar zu machen. Im zweiten Teil wendet sich die Arbeit konkreten Politiken des Erotischen im Italien, Brasilien und Japan der 1970er-Jahre zu. Durch die transnationale Analysemethode werden hierbei migrationsgeschichtlich bedingte Verflechtungen auf ihre andauernden ästhetischen Einflüsse untersucht.


Lehrveranstaltungen

  • WiSe 2025/2026: „Von Caligari zu Hitler. Die dämonische Leinwand der Weimarer Republik“, RUB.
  • 08-09/2025: „Zurück in die Realität. Zur Wiederentdeckung des Wahren in Kunst und Medien“, Sommerakademie der Studienstiftung des deutschen Volkes, St. Johan (Italien).
  • SoSe 2025: „Anthropophage Schaulust. Film und Kannibalismus“, RUB.
  • WiSe 2024/2025: „Körperexzesse des Films“, RUB.
  • WiSe 2024/2025: „Vom Tod des Kinos zur Geburt des Post-Cinema? Filmparadigmen und -theorien im 21. Jh.“, JGU Mainz.
  • SoSe 2024: „Nach dem Kino. Filmtheorien im 21. Jahrhundert“, RUB.
  • 09/2022: „100 Blumen – Zum Verhältnis der natürlichen Künstlichkeit“, Kulturakademie der Studienstiftung des deutschen Volkes, Weimar.
  • 01-03/2022: How the (female) Body Became Political in the 70s and 80s: Examining Film and Fashion as Bodily Media“, Internationale Spring School, Bauhaus-Universität, Weimar.