Filme haben seit Beginn des Kinos immer wieder große Infrastruktursysteme in Szene gesetzt. Unzählige Werke handeln von Eisenbahnen, Häfen, Rohstoffabbau, Autos, Schiffen oder Telefonen. Im Sommersemester 2026 nimmt eine fünfteilige Filmreihe eine besondere Facette der filmischen Auseinandersetzung mit Infrastrukturen in den Blick: die verdrängten sozialen Räume, neu entstehenden Brachflächen, Nischen und Peripherien, kurz: das „Hinterland“, das moderne Infrastrukturen des 20. Jahrhunderts hervorgebracht haben. Fünf Filme widmen sich dieser anderen Seite unserer Infrastruktur-Moderne, die sich in ganz unterschiedlichen Regionen beobachten lässt: in einer europäischen Großstadt, im US-amerikanischen Rust Belt, an der chilenischen Pazifikküste, in einer Bergbauregion im Kongo und am chinesischen Fluss Jangtsekiang. Die Filme werden von Expert*innen vorgestellt und anschließend gemeinsam diskutiert.
19.05.2026
Oliver Fahle, Felix Hasebrink, Jennifer Wermuth (Ruhr-Universität Bochum): Ästhetik des Rückraums
Film: Mon Oncle (1958, Jacques Tati)
09.06.2026
Elena Gorfinkel (King’s College London): Mining Wanda
Film: Wanda (1970, Barbara Loden)
16.06.2026
Jörn Etzold (Ruhr-Universität Bochum): Elementare Naturgewalt in historischem Geschehen
Film: El Botón de Nácar (2015, Patricio Guzmán)
23.06.2026
Matthias Wittmann (Basel): Die Bubble als Kontaktzone. Infrastrukturen und Ortseffekte im 360°-Dokumentarfilm
Film: Water & Coltan (2021, Daniel Kötter)
abweichender Ort: Ruhr-Universität Bochum, media lab, Raum GB 1/80
30.06.2026:
Lisa Gotto (Wien): Überflutete Ordnungen. Wasser, Wahrnehmung und infrastruktureller Wandel in Jia Zhangkes Still Life
Film: Still Life (2006, Jia Zhangke)

