Die Einstellungsgröße ist die relative Größe, die ein Hauptgegenstand innerhalb einer Einstellung im Verhältnis zu seiner Umgebung einnimmt.

Eine Einstellung ist kleinste bedeutungstragende filmische Einheit, die mit einem Schnitt oder einer Blende beginnt und endet. Physikalisch gesprochen ist eine Einstellung ein kontinuierlich belichtetes Stück Film, in dem es keinen Schnitt gibt. 

Unterschieden werden Bild- und Toneinstellung. Meist sind beide identisch, aber auch Überlappungen sind möglich. Es gibt sowohl allein stehende stumme Bildeinstellungen, und es gibt allein stehende unter Schwarzbild laufende Toneinstellungen.

Die Einstellungsgröße ist die relative Größe, die ein Hauptgegenstand innerhalb einer Einstellung im Verhältnis zu seiner Umgebung einnimmt. Für Einstellungsgrößen gibt es kein absolutes Maß; die Übergänge sind oft fließend und nicht immer ganz eindeutig. Eine Rolle spielt, ob der Hauptgegenstand eine Person oder ein Ding ist, ob der Zuschauer ein Vorwissen zum Hauptgegenstand mobilisieren, die Raumstruktur der Umgebung entschlüsseln kann und so weiter.

Mit der Einstellungsgröße ist auch eine bestimmte (optische) Distanz zwischen Kamera und Hauptgegenstand gegeben. Je mehr Raum um den Hauptbildinhalt sichtbar ist, desto weiter ist die Einstellung.

Im Fachjargon wird von einer »Einer«/»Zweier«/»Dreier« Einstellung« gesprochen, je nach dem, wie viele Personen im Bild sind. Bei der Bezeichnung der Einstellungsgrößen begnügt man sich häufig mit einer fünfgliedrigen Grobunterteilung: Totale / Halbtotale / Halbnahe beziehungsweise Amerikanische/Nahe/Groß- beziehungsweise Detaileinstellung. Insgesamt werden fachsprachlich acht Einstellungsgrößen unterschieden.


Weite / weite Einstellung / Panoramaeinstellung

(engl. extreme long shot)

Der Bildinhalt ist in dieser Einstellung die Landschaft, in der sich Menschen, Tiere und Objekte fast verlieren. Bewegungen sind erst bei genauerem Hinsehen auszumachen; indem sie der Zuschauer verfolgt, werden ihm Tiefe und Weite des Raums erfahrbar. Die Dimensionen der Landschaft und die zurückgelegten Entfernungen kann er sich erschließen, indem er seine Erfahrung zum Maßstab nimmt, wie groß ein fahrendes Auto ist oder wie schnell sich ein Fußgänger bewegt.


Totale / totale Einstellung

(engl. long shot)

Eine oder mehrere Personen sind in voller Größe zu sehen sowie ein größerer Ausschnitt ihrer Umgebung.


Halbtotale / halbtotale Einstellung

(engl. medium shot)

Eine oder mehrere Personen im Mittelgrund des Bildes sind in voller Größe samt ihrer unmittelbaren Umgebung zu sehen.


Halbnahe/ halbnahe Einstellung

(engl. medium shot)

Personen sind vom Kopf bis zu den Knien zu sehen; die unmittelbare Umgebung ist sichtbar. Wird als »Einer«/»Zweier«/»Dreier« viel in geschlossenen Räumen verwendet.


Amerikanische / amerikanische Einstellung

(engl. medium shot)

Personen sind vom Kopf bis zur Hüfte beziehungsweise bis zum Pistolengurt am Oberschenkel zu sehen; die unmittelbare Umgebung tritt hinter den sie verdecken den Personen weitgehend zurück. Wird als »Einer« oder »Zweier« gern in geschlossenen Räumen verwendet; klassisch auch im Showdown des amerikanischen Western – daher der Begriff Amerikanische«.


Nahe / nahe Einstellung

(engl. medium close up)

Personen sind mit ihrem Oberkörper bis maximal zum Bauchnabel zu sehen. Wird gerne als »Einer« oder »Zweier« in geschlossenen Räumen verwendet.


Großaufnahme / Großeinstellung

(engl. close up)

Das gefilmte Subjekt beziehungsweise Objekt füllt das Bild völlig aus; Gesichter und Konturen sind oft angeschnitten.


Detail / Detaileinstellung

(engl. extreme close up)

Bildfüllend wird ein kleiner Ausschnitt aus einem größeren Ganzen gezeigt, beispielsweise eine Hand, ein Finger oder ein Auge.